Schwertform

Der Wind weht die Pflaumenblüten hinweg

Wie verträgt sich das Üben mit einer tödlichen Waffe mit den Prinzipien des Taijiquan? Gerade ging es in der Soloform noch um Entspannung und Loslassen, im Push hands  um ein spielerisches Miteinander und jetzt nehme ich dieses Waffe aus schwerem Metall in die Hand und frage mich, ob dieser Übungsweg noch in die gewünschte Richtung führt. 

Die Auseinandersetzung mit Leben und Tod gehört seit alter Zeit zur Schulung eines Schwertkämpfers. Kommen ohne Form, gehen ohne eine Spur zu hinterlassen, war die geistige Haltung der alten Meister. Auch wenn wir nicht mit dem scharfen Schwert um Leben und Tod kämpfen, lernen wir in der Schwertkunst des Taijiquan, dass unsere Handlungen eine Wirkung erzeugen und diese Wirkung verletzend und ja auch tödlich sein kann. Das Schwert macht nur deutlich, was auch unsere Gesten und Worte bewirken.

Der Beginn des Lernens ist jedoch erst einmal relativ sportlich. Es braucht eine ausbalancierte Kraft im Körper, damit sich das Schwert leicht und mühelos bewegt. So üben wir den Balancepunkt zu finden und die Schwerkraft zu nutzen, das Schwert mit Qi und nicht mit Muskelkraft zu führen. Schwungübungen helfen die Mitte zu entwickeln und das Schwert lebendig zu machen.

Die Soloform mit ihren tiefen Stellungen, Sprüngen und durchgängig schnellerem Tempo, braucht Beweglichkeit, Kraft und insgesamt etwas mehr Fitness als die Handformen. Besonders in den Stellungen auf einem Bein braucht das Schwert eine gute Verbindung mit der Körperstruktur. Das Schwert kann wie ein Übungspartner im Push hands sein. Es ist eine Herausforderung sich durch die zusätzliche Kraft mehr zu zentrieren und nicht durch das Schwert die Balance zu verlieren. 

Mit leichten Holzschwertern oder Schaumstoff-Waffen üben wir auch die Anwendung der Techniken mit einem Partner. Spätestens dann wird klar, dass die Bewegungen sehr präzise sein müssen. Der Geist muss das Schwert führen und jede Unachtsamkeit oder Ungeschicklichkeit ist ein Verletzungsrisiko für unsere Partner. Auch wenn die Übungswaffen keine schweren Verletzungen bewirken können, kann ein Fehler doch ganz schön weh tun. Jetzt wird der Ernst der Kampfkunst deutlich und die Übung muss mit Disziplin und Respekt ausgeführt werden.

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